Karfreitag: Ein fauler Kompromiss

Ein Kompromiss, der nur Verlierer kennt: die evangelischen und altkatholischen Gläubigen haben ihren Feiertag verloren. Sie können in Zukunft einen Urlaubstag fixieren – den sie allerdings vom Gesamturlaub für ihre Religionsausübung opfern müssen.

Auch jene, die geglaubt hatten, über eine Klage beim Europäischen Gerichtshof billig zu einem Urlaubstag zu kommen, verlieren. Sie haben genauso das Nachsehen, wie die Rechtsabteilung der AK, welche diese Klage massiv unterstützt hat. Fritz Pöltl FCG-ÖAAB-Spitzenkandidat bei den ASK-Wahlen in Wien: „Der faule Kompromiss der Regierung ist besser als nix aber die Probleme beginnen erst!“

Karfreitag

Thema nicht vom Tisch

Dass die vom EuGH kritisierte Diskriminierung damit vom Tisch sein soll, ist leider auch nur ein frommer Wunsch. Denn was ist mit den Feiertagen anderer Religionen? Wie steht es beispielsweise um den Jom Kippur Versöhnungstag, dem höchsten jüdischen Feiertag?

Wirtschaft könnte auch verlieren

Fritz Pöltl: „Um hier Diskriminierung zu verhindern, wäre ein politisch und rechtlich äußerst problematischer Eingriff in den Generalkollektivvertrag nötig.“ Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn am Karfreitag die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen ‚persönlichen Feiertag‘ antreten?

Fritz Pöltl: „Dann hat die Wirtschaft auch noch verloren!“ Pöltl appelliert daher an die Sozialpartner, doch einmal über den eigenen Schatten zu springen und eine gemeinsame Lösung zu verhandeln. Pöltl: „In einigen Fällen gibt es ja schon eine funktionierende Karfreitagsregelung in den Kollektivverträgen!“

Friedrich Pöltl

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