Forderung nach Regeln für Sharing Economy

bedroom-389254_640Online-Zimmervermieter wie Airbnb noch stärker zu kontrollieren: Eine „wichtige und richtige Entwicklung“, die der vida-Fachsekretär für den Bereich Tourismus und FCG vida Wien Landesvorsitzender, Andreas Gollner begrüßt. „Jetzt ist der Bund aufgerufen, die positive Entwicklung in Wien aufzugreifen und eine flächendeckende Lösung auszuarbeiten und umzusetzen“, fordert Gollner.

Ortstaxen werden wahrscheinlich nicht immer abgeführt

Experten gehen davon aus, dass private Unterkunftsanbieter jährlich hunderttausende Euro allein an Ortstaxen nicht abführen. Gollner fordert Meldepflichten für Online – Vermittlungsplattformen und eine klare Kennzeichnung der angebotenen Wohnungen: „Auch das wird die Kontrolle deutlich erleichtern. Mit einem Blick muss schon an der Tür erkennbar sein, ob es sich etwa um eine Airbnb-Wohnung handelt. Es geht auch darum, dass all jene, die ordnungsgemäß alle Abgaben abführen, nicht mehr benachteiligt werden dürfen. Annähernd gleiche Wettbewerbsbedingungen müssen hergestellt werden“, so der Gewerkschafter.

Handlungsbedarf im Verkehrsbereich

Handlungsbedarf besteht aber nicht nur bei der privaten Zimmervermietung, sondern auch im Verkehrsbereich, sagt Karl Delfs, vida-Fachsekretär für den Bereich Straße: „Ich denke etwa an die Taxi-Alternative Uber oder den Botendienst Checkrobin. Hier sind strengere Vorgaben längst überfällig. Es geht auch um die Sicherheit für die Kunden.“ Bei Checkrobin gibt es keinerlei rechtliche Absicherungen wie Gewährleistung, Haftpflichtversicherung oder Transportversicherung. Privatpersonen führen hier Transportleistungen durch und kassieren ein Entgelt, das umsatzsteuerfrei ist und keinerlei Abgaben unterliegt. „Hier werden gesetzliche Auflagen von professionellen Anbietern einfach ignoriert. Nicht viel besser, schaut es bei Uber aus. Deren Fahrer etwa erfüllen nicht die strengen Auflagen des Taxi-Gewerbes und sind nicht sozialversichert. Arbeitnehmerschutz wird mit Füßen getreten“, ärgert sich Delfs.

„Sharing, also teilen, ist momentan im Trend. Es ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Privatpersonen gegenseitig helfen. Das Konzept der Sharing Economy darf aber nicht der Deckmantel dafür sein, dass die hohen Standards in Österreich für Dienstleistungen einfach umschifft oder auch Steuervorgaben ignoriert werden. Viel zu oft profitieren nur Megakonzerne von dieser Art des Teilens. Sie beuten ihre MitarbeiterInnen aus und dem Staat entgehen Steuereinnahmen in gigantischer Höhe. Es ist höchste Zeit, zu handeln“, schließen die beiden vida-Gewerkschafter.

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